Jeder hat sicher schon mal gehört, dass das öffentliche Laden nicht immer einwandfrei funktioniert. Oftmals sind das Probleme, die beim Authentifizieren an der Ladesäule auftreten, sodass sie nicht freigeschaltet wird und keinen Strom liefert.
Vermutlich hast du dir vor dem Kauf deines E-Autos einen Ladeanbieter gesucht – entweder wegen guter Netzabdeckung, günstiger Preise oder weil der Hersteller deines Autos direkt eine Ladekarte mitgeliefert hat. In all diesen Fällen kann es trotzdem passieren, dass genau die Säule, vor der du gerade stehst, nicht im Ladenetz deines Anbieters enthalten ist oder gerade ein Problem hat.
Das ist ärgerlich, aber in den meisten Fällen kein echtes Problem. Es gibt mehrere Wege, um die Situation zu lösen, auch ohne zur nächsten Ladestation zu fahren.
Erstmal die einfachen Dinge probieren
Bevor du direkt den Anbieter wechselst oder weiterfährst, lohnt sich ein zweiter Versuch. Erstaunlich oft liegt es an Kleinigkeiten.
- Karte nochmal dranhalten
- ein paar Sekunden warten und erneut versuchen
- Reihenfolge ändern: erst einstecken, dann freischalten (oder umgekehrt)
- prüfen, ob der Stecker wirklich richtig sitzt
Auch Verbindungsprobleme der Ladesäule selbst können eine Rolle spielen. Dann hilft manchmal einfach ein zweiter Versuch.
Profitipp: CCS-Stecker mit gekühlten Kabeln von den Schnellladeanschlüssen sind häufig recht schwer, so dass die Pins in Stecker manchmal keinen Kontakt haben. Hier kann es helfen einfach beim Aufbau der Verbindung den Stecker etwas nach oben zu drücken. Sobald der Strom fließt kann man ihn wieder los lassen.
App statt Ladekarte nutzen
Wenn die Ladekarte nicht funktioniert, heißt das nicht automatisch, dass dein Anbieter nicht geht. Viele Anbieter bieten eine App an, mit der du die Ladesäule ebenfalls starten kannst.
Das funktioniert in der Praxis oft zuverlässiger als die Karte selbst und ist meist der schnellste nächste Schritt.
Ad-hoc Laden als Alternative
Wenn es weiterhin nicht klappt oder du dir Zeit sparen willst, kannst du direkt auf Ad-hoc Laden ausweichen.
Scanne einfach den QR-Code an der Ladesäule. Du wirst auf eine Webseite weitergeleitet, auf der du dann z. B. mit Kreditkarte oder anderen Zahlungsmitteln bezahlen kannst. Was Ad-hoc Laden genau ist, habe ich hier ausführlich beschrieben:
https://e-auto-praxis-tipps.org/laden/ad-hoc-laden/
Das ist in der Regel die einfachste und zuverlässigste Variante vor Ort. Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass Ad-hoc Laden oft teurer ist als das Laden über eine Ladekarte oder einen Tarif.
Immer eine Alternative dabeihaben
Ideal ist es, für solche Fälle nicht nur auf einen Anbieter zu setzen. Ich habe in der Vergangenheit mit Plugsurfing und Shell Recharge insbesondere im Ausland gute Erfahrungen gemacht. Beide Anbieter sind nicht die günstigsten, aber gehören zu den Pionieren auf dem Ladekartenmarkt und funktionieren in der Praxis sehr zuverlässig.
In den letzten Jahren hat sich bei mir zusätzlich Electroverse von Octopus Energy etabliert. Die Abdeckung in Europa ist sehr gut und sie werben damit, dass sie ihre Einkaufspreise ohne Aufschlag weitergeben.
Wenn gar nichts geht: Hotline nutzen
Jede Ladesäule hat eine Service-Nummer. Die kann man ruhig nutzen. Die Betreiber können oft direkt sehen, wo das Problem liegt, und im besten Fall die Säule aus der Ferne freischalten oder dir weiterhelfen.
Fazit
Wenn die Ladekarte nicht funktioniert, ist das im ersten Moment nervig, aber selten ein Grund zur Sorge. In den meisten Fällen helfen ein zweiter Versuch, die App oder als sichere Alternative das Ad-hoc Laden.
Mit ein, zwei zusätzlichen Anbietern als Backup bist du in der Praxis auf der sicheren Seite.




